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Seit 1992
Mehr als drei Jahrzehnte Wasserski und Wakeboard in Niedersachsen und Bremen – von der Gründung in der Kommende Lage bis zur Deutschen Meisterschaft 2025 am Alfsee.
1957–1991
Wasserski wurde in Niedersachsen und Bremen lange vor dem Verband gefahren – hinter dem Boot auf Werra, Weser und Lune und ab 1981 an der ersten Seilbahn am Alfsee. Aus diesen Vereinen entstand der Landesverband.
Der Wasserski- und Motorbootclub Hann. Münden ist der älteste heute noch aktive Wasserskiclub Deutschlands. Gefahren wird hinter dem Boot auf der Werra.
Der Wasserski-Club Bremerhaven fährt seit 1965 hinter dem Boot auf der Lune – später einer der Gründe, den Verband auf Bremen auszuweiten.
Am Dubbelausee in Rieste geht eine Rixen-Seilbahn in Betrieb. Sechs Wochen später, am 7. Juni 1981, gründen 23 Sportler den WSC Alfsee/Rieste. Der Alfsee wird zum Mittelpunkt des Seilbahnsports in Niedersachsen.
Nach dem Bau der Sprungschanze im Winter 1985/86 kann der WSC Alfsee/Rieste eigene Wettkämpfe ausrichten: 1986 die Norddeutsche Mannschaftsmeisterschaft, 1988 die Deutsche Meisterschaft.
Die Wasserski-Europameisterschaft an der Seilbahn wird in Rieste ausgetragen – der erste internationale Titelkampf in der Region.
Der Vorsitzende des WSC Alfsee/Rieste wird Ressortleiter Seilbahn im Deutschen Wasserski-Verband. Ein Jahr später ruft er den Landesverband ins Leben.
1992–1999
Der Wasserskiverband Niedersachsen entsteht als – so der Gründungstext – „vermutlich jüngster Sproß“ des Landessportbundes. Die ersten Jahre gehören dem Aufbau der Struktur und dem Zusammenführen von Boots-, Seilbahn- und Wakeboardvereinen.
In der Kommende Lage in Rieste am Alfsee wird der Wasserskiverband Niedersachsen (WVN) gegründet. Gründungspräsident ist Adolf Marx, der das Amt 25 Jahre lang behalten wird.
Der Verband wird in das Vereinsregister eingetragen und ist damit rechtsfähig.
Nach mehr als fünf Jahren Wartezeit wird der Verband Mitglied im LSB Niedersachsen. Damit ist der Weg zu Fördermitteln, Landeskader und anerkannter Trainerausbildung frei.
Erste Satzungsänderung seit der Gründung. Im selben Jahr wird Adolf Marx Präsident des Deutschen Wasserski-Verbandes – ein Amt, das er zwölf Jahre neben der Landespräsidentschaft ausübt.
Der Verband zählt Clubs in den Landkreisen Cuxhaven, Wilhelmshaven, Celle, Emsland, Grafschaft Bentheim, Osnabrück und Göttingen sowie in Hannover und Osnabrück. Die Chronik von damals nennt drei Ziele: ein Landesleistungszentrum, eine Weltmeisterschaft an der Seilbahn und die Nachwuchsarbeit in der neuen Disziplin Wakeboard.
2000–2012
Zwei der drei Ziele von 1999 werden eingelöst: Der Alfsee richtet eine Weltmeisterschaft aus, und der Verband nimmt das Wakeboard und das Land Bremen in seinen Namen auf.
Der WSC Alfsee/Rieste richtet gemeinsam mit dem Deutschen Wasserski-Verband die IWSF Cable World Championships aus – das Ziel aus der Chronik von 1999 ist erreicht. Alexander Graw vom WSC Alfsee/Rieste gewinnt vor heimischem Publikum den Weltmeistertitel im Slalom, Thomas Bauer holt Gold im Springen.
Die 7. Cable Wakeboard European Championships finden in Rieste statt. Das Wakeboard, 1999 noch „neueste Trendsportart“, ist im Verband angekommen.
Die in Bremerhaven geänderte Satzung trägt den heutigen Namen: Wasserski & Wakeboardverband Niedersachsen/Bremen e.V. (WWNB). Der Verband steht damit für beide Länder und beide Disziplinen.
Nach zwölf Jahren an der Spitze des Deutschen Wasserski-Verbandes konzentriert sich Adolf Marx wieder auf den Landesverband. Der DWWV führt ihn seither als Ehrenpräsidenten.
2013–2019
Der Alfsee ist Landesstützpunkt Wasserski. Der Verband bildet eigene Trainer aus, betreibt einen Landeskader und richtet 25 Jahre nach 1990 wieder eine Europameisterschaft aus. 2017 geht die Präsidentschaft nach einem Vierteljahrhundert in neue Hände.
Julia Meier-Gromyko, mehrfache Welt- und Europameisterin, trainiert den Nachwuchs des Verbandes am Alfsee. Im selben Sommer bringt der WWNB mit dem mobilen Wasserbecken des DWWV Wasserski zu den Wallenhorster Wasserspielen und zum Tag der Niedersachsen.
Adrian Abeck erhält die DOSB-Lizenz Trainer C Leistungssport, Axel Torbecke und Markus Hörnschemeyer die Lizenz Trainer B. Die vom WWNB federführend organisierte Ausbildung mit Bundestrainer Klaus Eckert sichert die Betreuung des Landesstützpunktes.
Landrat Dr. Michael Lübbersmann überreicht dem Verbandspräsidenten im Auftrag des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande.
Am Tag der Deutschen Einheit steigt mit Lotto-Sport-Stiftung und Brand Guides ein Wakeboard-Teamwettbewerb mitten in Hannover. Miles Töller und Adrian Abeck vom Team Alfsee gewinnen; der NDR berichtet.
25 Jahre nach 1990 richtet der WSC Alfsee/Rieste die IWWF E&A Cable Championships aus – die Europameisterschaft im Wasserski an der Seilbahn in Slalom, Trick und Springen.
Beide werden für ihre DM-Leistungen vom Landkreis Osnabrück und dem Kreissportbund geehrt; Anna Torbecke erreicht bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres den dritten Platz.
Der Verbandstag am Landesstützpunkt Alfsee feiert das Jubiläum. Adolf Marx kandidiert nach 25 Jahren nicht erneut; Markus Hörnschemeyer wird einstimmig Präsident, Adrian Abeck Vizepräsident, Marius Abeck Jugendwart. Marx wird Ehrenpräsident auf Lebenszeit. Die Satzung erhält ihre bis heute gültige Fassung.
Gemeinsam mit anderen kleinen Landesfachverbänden gründet der WWNB eine Genossenschaft, die Verwaltungsarbeit bündelt und das Ehrenamt entlastet. Präsident Markus Hörnschemeyer unterzeichnet die Gründungspapiere.
Der Verbandspräsident erhält die Verdienstmedaille des Verdienstordens – für Jahrzehnte Ehrenamt vom Seilbahnbetrieb über Weltmeisterschaften bis zur Kinder- und Jugendförderung.
Die nationalen Titelkämpfe im Wasserski an der Seilbahn kehren nach Rieste zurück. Jolina Thormann vom WSC Alfsee/Rieste wird für ihre Saison zur Sportlerin des Jahres 2019 im Landkreis Osnabrück gewählt.
2020–heute
Corona setzt Verbandstag und Wettkämpfe aus, doch Ausbildung und Kaderarbeit laufen weiter. Aus dem Landesverband kommen ein Weltmeister, eine EM-Medaille und ein Sportpräsident des Bundesverbandes – und 2025 die Deutsche Meisterschaft zurück an den Alfsee.
Der Verbandstag entfällt, das Kadertrainingslager wird an Pfingsten unter Auflagen nachgeholt. Im November absolvieren 15 Teilnehmende am Landesstützpunkt Alfsee das erste Modul der Trainerausbildung – mit Abstand.
Der Erfinder der Wasserskiseilbahn stirbt im Alter von 89 Jahren. Ohne seine Anlagen gäbe es den Seilbahnsport – und damit die meisten Vereine des Verbandes – nicht.
Der Vizepräsident des WWNB wird auf dem Verbandstag des Deutschen Wasserski- und Wakeboardverbandes zum Vizepräsidenten Wakeboard Cable gewählt. Heute verantwortet er als Sportpräsident Wakeboard das Ressort im Bundesverband.
Bei der Wakeboard-Europameisterschaft in Beckum gewinnt Jolina Thormann (WSC Alfsee/Rieste) Silber bei den Ladies. Mika Krus, ebenfalls Alfsee, gewinnt den Highjump-Contest.
Nach dem ausgefallenen Jahr 2020 tagen die Delegierten wieder in Präsenz beim WSC Alfsee/Rieste. Markus Hörnschemeyer, Adrian Abeck und Marius Abeck werden einstimmig für vier Jahre wiedergewählt.
Beim ersten Kaderlehrgang der Saison am Landesstützpunkt übergibt Adolf Marx die Aufgabe des Anti-Doping-Beauftragten an Johanna Nordkämper und Dr. Marcus Schiller. Im Mai trainieren Lara van de Sandt, Nina Danlowski und Jan Beck auf Einladung des DWWV mit dem Bundeskader.
Der 13-jährige Wakeboarder vom WWSC Schloss Dankern gewinnt in Bangkok den U14-Weltmeistertitel – nach dem U14-Europameistertitel im selben Jahr in Dänemark. Der erste Weltmeistertitel für einen Sportler aus einem Verein des WWNB.
Jan-Luca Schulz verteidigt in Győr seinen EM-Titel der U14 und wird Deutscher Meister. Ende des Jahres erhält er von Ministerpräsident Stephan Weil und Sportministerin Daniela Behrens die Niedersächsische Sportmedaille.
Der Kader 2024 vereint Wasserski und Wakeboard. Im Frühjahr findet das Spezialsportmodul der Trainer-C-Ausbildung am Alfsee statt, im Mai Trainingslager in Schloss Dankern und am Alfsee. Clemens Opl gewinnt bei den WakeGames in Norderstedt und Süsel die U14.
53 Athletinnen und Athleten fahren in Rieste um die deutschen Titel im Slalom, Trickski und Springen, parallel dazu die niederländischen Meisterschaften. Sportministerin Daniela Behrens und Landrätin Anna Kebschull nehmen die Siegerehrung vor. Finn-Maximilian Meier stellt mit 61,60 Metern den Schanzenrekord ein; Lara van de Sandt holt Silber im Springen und in der Kombination.
Der Verband löst seine Wix-Seite ab: Vereine, Termine, Downloads und diese Chronik stehen erstmals an einer Stelle. Im November lädt der WWNB zum Spezialsport-Modul Theorie der Trainer-C-Ausbildung nach Rieste.
Aus dem Archiv
So beschrieb sich der Verband auf seiner ersten Website – im Wortlaut, mit der Rechtschreibung von damals. Die drei Ziele am Ende des Textes sind eingelöst: Die Weltmeisterschaft an der Seilbahn kam 2002 an den Alfsee, aus dem geplanten Landesleistungszentrum wurde der Landesstützpunkt Alfsee, und das Wakeboard steht seit 2007 im Namen des Verbandes.
Der Wasserskiverband Niedersachsen ( WVN ), vermutlich jüngster Sproß unseres Landessportbundes, wurde am 14. November 1992 in den ehrwürdigen Mauern der Kommende Lage zu Rieste am Alfsee im Landkreis Osnabrück gegründet. Ihr "e.V." bekamen die Wasserskisportler schon bald nach der Gründung am 22. März 1993. Auf die Aufnahme in den Landessportbund Niedersachsen e.V. allerdings, mußte der Verband noch mehr als fünf Jahre warten. Am 25. April 1998 war es dann aber so weit. Ein kleine aber feine Randsportart wurde Mitglied im LSB Niedersachsen.
Klein ist der Verband immer noch, eine Randsportart aber, dank der immer häufiger in Deutschland anzutreffenden Wasserskiseilbahnen, fast nicht mehr. Hauptaufgaben des WVN waren der Aufbau der Verbandsstruktur und die Integration unterschiedlichen Spartenclubs (Boot, Seilbahn, Wakeboard). Beides ist annähern gelungen. Der WVN hat Clubs in den Landkreisen Cuxhaven, Wilhelmshaven, Celle, Emsland, Grafschaft Bentheim, Osnabrück und Göttingen sowie in den Städten Hannover und Osnabrück. Der Verband hat durch spartenübergreifende Wettkämpfe und Begegnungen dazu beigetragen, daß in den einzelnen Clubs Berührungsängste abgebaut wurden und freundschaftliche Beziehungen entstanden.
Für die nächste Zukunft plant der Verband gemeinsame Bootswettkämpfe im benachbarten Petershagen, den Aufbau eines Landesleistungszentrum und eine Weltmeisterschaft an der Seilbahn. Ein besonders Interesse gilt den jungen Sportlerinnen und Sportlern der neuesten Trendsportart Wakeboard ( Snowboard auf dem Wasser ). Hier ist für 1999 eine verstärkte Mitgliederwerbung vorgesehen. Wakeboard bietet Verband und Vereinen große Chancen für das neue Jahrhundert.
Die Chronik stützt sich auf Nachrichten des Verbandes und öffentlich nachprüfbare Quellen. Wer zu einzelnen Jahren Wettkämpfe, Titel, Fotos oder Protokolle beisteuern kann, schreibt der Geschäftsstelle – mit Beleg, wenn möglich.